Vorbericht: Herber Verlust vor Ammersee-Fahrt

Ebersberg – Der Schock saß in der Vorwoche schon tief, als Charleen „Charly“ Schweinsteiger in der 47. Minute der Regionalliga-Partie gegen Stadeln mit dem Knie wegknickte. Die Handballerinnen des TSV EBE Forst United mussten den Ausfall der routinierten Rückraumspielerin (32) verkraften, der den 33:31-Dramasieg überschattete. Schweinsteiger musste gestützt vom Spielfeld gebracht werden. Nun gab es die Diagnose: Kreuzbandriss.
Das bedeutet, dass für Schweinsteiger die Saison, nach der sie die Handballschuhe an den Nagel hängen wollte, vorzeitig beendet ist. Die 32-Jährige war erst von einer langwierigen Ellbogen-Verletzung zurück ins Team gekommen und sofort wieder ein Ruhepol gewesen. Von Karriereende will United-Teammanager Felix Mäsel aber noch nicht sprechen: „Das müssen wir erst einmal abwarten. Bei Charly weiß man nie, vielleicht packt sie noch mal der Ehrgeiz, von dem sie sehr viel hat, und macht doch nochmal ein Comeback. Das kann sich im Sommer ja wieder ändern“, meint Mäsel. „Aber jetzt ist es erstmal ein schwerer Verlust. Ihre Erfahrung bräuchten wir dringend.“
Man werde sie in der langen Ausfall-Phase aber unterstützen, kündigte Mäsel an. „Wir wollen sie gut durch die schwere Zeit bringen und hoffen darauf, sie auch halten zu können, am liebsten als Aktive. Sie wird immer einen Platz im Verein kriegen.“ Dem Forsties-Handballchef schwebt dabei auch nach dem möglichen Karriereende eine Tätigkeit Schweinsteigers vor, zum Beispiel als Jugendtrainerin. „Sie macht sich viele Gedanken über den Handball und den Verein. Wenn es für sie innerhalb des Feldes nicht klappt, dann ganz bestimmt außerhalb“, betont Mäsel.
Doch in der Regionalliga-Mannschaft von Forst United steckt man trotz des bitteren Ausfalls nicht den Kopf in den Sand. „Das ist ein herber Rückschlag – für Charly persönlich, aber auch für uns als Mannschaft“, sagt Trainerin Beatrix Balogh, die mit Susanne Pignot das Team betreut, vor dem nächsten Spieltag. „Jetzt gilt es, noch enger zusammenzurücken und Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.“
Den Beweis will man an diesem Sonntag im Duell beim heimstarken Tabellensechsten TSV Herrsching (14.30 Uhr, Halle Nikolausstraße) abliefern. Am Ammersee erwartet Forst United (11:3/3.) eine besondere Herausforderung. Es werde kein Selbstläufer werden, sagt Kapitänin Chiara Czeslik. „In Herrsching zu spielen, ist immer unangenehm. Die Halle, das Publikum und das körperbetonte Spiel des Gegners fordern uns jedes Jahr aufs Neue.“ Das zeigte sich auch in der Vorsaison, als United dort erst in der Schlusssekunde mit 27:28 unterlag.
„Wir müssen über 60 Minuten konstanter werden. Wenn wir unsere guten Phasen länger halten, sind wir nur schwer zu schlagen“, gibt sich Pignot optimistisch. Auch wenn nun mit Charleen Schweinsteiger dem Team eine wichtige Impulsgeberin fehlt.