Kantersieg & Kabinenpredigt

Ebersberg – Es war das erste Heimspiel im Jahr 2026 – und die Regionalliga-Handballfrauen von Forst United gingen als Tabellenführer in die Partie gegen den Tabellenneunten HC Sulzbach-Rosenberg. Nach dem klaren, aber nicht fehlerfreien Sieg in der Vorwoche gegen HT München wollten die Ebersbergerinnen in eigener Halle nachlegen. Die Gäste aus der Oberpfalz hatten nach der Weihnachtspause noch kein Pflichtspiel bestritten und reisten als Außenseiter an. Das Hinspiel hatte United bereits deutlich mit 33:23 für sich entschieden.
Letztendlich sind das Pflichtsiege im Kampf um die Meisterschaft, in denen an Schwächen gearbeitet werden muss.
Forsties-Manager Felix Mäsel
Die Anfangsphase des Rückspiels verlief zäh: Ganze drei Minuten dauerte es, bis der erste Treffer fiel. Beide Mannschaften tasteten sich ab, beide Torhüterinnen entschärften die ersten Wurfversuche. In der 3. Minute war es dann Kapitänin Kiki Czeslik, die den Bann brach und Forst United in Führung brachte. Mit diesem Treffer kam die Ebersberger Tormaschinerie ins Rollen. Angeführt von der bärenstarken Hannah Dürr wuchs der Vorsprung rasch auf 7:1 (9.)an.
Doch so deutlich das Ergebnis auch war – nicht alles glänzte. Die komfortable Führung war vor allem der überragenden Leistung von Torhüterin Elena Czeslik zu verdanken, die zahlreiche grobe Abwehrpatzer ihrer Mitspielerinnen ausbügelte. Nur zehnmal konnten die Gäste sie in der ersten Halbzeit überwinden. Mit einer klaren 23:10-Führung ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wurde die offensive Überlegenheit von Forst United noch deutlicher. Am Ende standen beeindruckende 46 Treffer auf der Anzeigetafel. Auch die jungen Nachwuchsspielerinnen aus der U17 nutzten ihre Einsatzzeiten und zeigten ihr Können. Große Freude gab es unter den Fans in der Dr.-Wintrich-Halle vor allem über das Comeback von Lucie Mäsel, die nach über 18 Monaten Verletzungspause ihr Heimdebüt gab und einen starken Auftritt zeigte.
Trotz des deutlichen 46:26-Kantersiegs blieb Kritik nicht aus. Vor allem die bereits in der Vorwoche wacklige Abwehr offenbarte erneut Schwächen. Trainerin Susanne Pignot zeigte sich mit Einstellung und Engagement ihres Ebersberger Teams nicht zufrieden und bat die Mannschaft nach dem Spiel zu einer mahnenden Ansprache in die Kabine.
„Letztendlich sind das Pflichtsiege im Kampf um die Meisterschaft, in denen an Schwächen gearbeitet werden muss – damit diese gegen die Topteams der Liga nicht mehr vorkommen“, erklärte Abteilungsleiter Felix Mäsel und ergänzte: „Ich hoffe, dass die Mädels dann den Schalter umlegen können.“
Unterm Strich stehen für Forst United zwei weitere Punkte auf dem Weg zur Meisterschaft. Auswärts geht es kommenden Sonntag zum Schlusslicht FC Bayern München. Dort wird sich zeigen, ob die richtigen Lehren aus diesem Pflichtsieg gezogen wurden
EZ/BJ
Forst United: E. Czeslik, Engler (im Tor), Brandl (4 Tore), Csata (6/1), Topuzkanamis, Friedrich (2/1), Dirnberger (3), Mäsel (4), Alnajjar (3), Pollak (2), Dürr (10), Lindner, C. Czeslik (3), Dybilasz (4), Allombert (5/1).

Bericht der Ebersberger Zeitung vom 19.1.2026