Ebersberg/Haßloch – Die Handballfrauen des TSV EBE Forst United müssen den Traum vom Aufstieg in die 3. Liga für heuer wohl ad acta legen. Im dritten Auftritt in der Relegationsrunde setzte es für die Ebersbergerinnen bereits die dritte Niederlage. Im Duell bei der TSG Haßloch unterlag man trotz Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit 31:34 (14:20) Toren und hat nun nur noch marginale, theoretische Chancen auf Rang zwei.
Die Gastgeberinnen aus Rheinland-Pfalz haben die Spitze der Gruppe übernommen und können von den Forst Ladies ums Trainertrio Susanne Pignot, Beatrix Balogh und Simon Klawe nicht mehr eingeholt werden. Nur mit drei Siegen in den letzten drei Spielen und einem Remis der FA Göppingen II gegen Schmiden wäre noch ein Aufstiegswunder möglich.
Doch daran wollte Ebersbergs Abteilungsleiter und Teammanager Felix Mäsel nicht glauben: „Es entscheidet in dieser Runde nicht der direkte Vergleich, sondern bei Punktgleichheit die Tordifferenz. Und damit haben wir die schlechtesten Karten. Es müssten für uns Kantersiege her.“ Allein 24 Tore müssten derzeit auf Göppingen aufgeholt werden.
Woran es in der Halle des TSG-Sportzentrums haperte? „20 Gegentore in einer Halbzeit sind zu viel. Die Unterzahlspiele tun uns weh“, bedauerte Mäsel zur Pause. „Das, woran wir im Training arbeiten, bekommen wir noch nicht auf die Platte.“ 14 eigene Treffer binnen 30 Minuten seien okay, aber die Abwehr sei „maximal ausbaufähig“. Die Rückwärtsbewegung sei zu schwach gewesen.
„Wir fangen uns binnen weniger Sekunden nach einem eigenen Treffer gleich einen Gegentreffer ein“, legte der United-Funktionär den Finger in die Wunde. „Letztlich reicht das noch nicht für die 3. Liga.“ Vor allem die fehlende Erfahrung des jungen Ebersberger Teams gegenüber der reiferen TSG sei in manchen Situationen offensichtlich gewesen. „Da fehlt uns noch die Qualität.“
Immerhin musste Felix Mäsel in Hälfte zwei sein Gesamturteil revidieren. Nach einem Sechs-Tore-Rückstand hatte es wohl in der Kabine deutliche Worte gegeben, denn nach dem Seitenwechsel „haben die Mädels bombastisch gekämpft. Das war ganz, ganz stark“, lobte der Teammanager beeindruckt. Jetzt setzten sich die Gäste, angetrieben von Naina Allombert, Panna Csata oder Jasmin Alnajjar, immer wieder durch und reduzierten einen Neun-Tore-Rückstand (20:29/45.) bis auf drei (30:33/60.).
Haßloch geriet ins Schwimmen und nahm zwei Auszeiten. „Sie haben Angst bekommen“, so Mäsel stolz über die United-Leistung. Die Forst Ladies feierten darum auch nach Abpfiff zurecht mit den 36 mitgereisten Fans, die sich in freundschaftlicher Atmosphäre lautstark gegen die ebenfalls rund 600 begeistert mitgehenden Zuschauer behaupteten. „Die TSG-Fans sind super sympathisch, tolle Gastgeber“, schwärmte Felix Mäsel, „so macht Handball Spaß, auch bei einer Niederlage.“
OLAF HEID
Forst United: E. Czeslik, Engler (im Tor); Brandl (2), Janzen (3/1), Csata (6/1), Warkotsch, Dirnberger, L. Mäsel (3), Alnajjar (7), Pollak (1), Dürr, C. Czeslik (2), Allombert (10/2).

