Rückschlag mit Ankündigung

Ebersberg – Eine verdiente Niederlage im Regionalliga-Topspiel gegen den SV Laim musste Forst United hinnehmen. Für Abteilungsleiter Felix Mäsel hatte sich diese in den letzten vier Spielen der Rückrunde bereits angebahnt. „Ich habe schon gegen HT gesagt, dass wir keinerlei Geschlossenheit und Zusammenhalt in der Abwehr zeigen. Unsere Stärken können wir nicht mehr auf dem Feld abrufen“, kritisierte Mäsel nach dem 20:25 deutlich. „Doch bisher waren Gegner einfach zu schwach, um es im Ergebnis zu spiegeln.“
Tatsächlich wurde am Samstagabend in der Dr.-Wintrich-Halle schnell klar, dass die Gastgeberinnen über weite Strecken des Spiels machtlos agierten. Bei lediglich 25 Gegentoren könnte man vermuten, dass die Probleme im Angriff lagen. Doch für Mäsel liegt die Ursache klar in der Defensive: „Unsere Abwehr agiert viel zu offensiv und nicht im Verbund. So können wir einfachste Übergänge nicht verteidigen. Eine hervorragende Elena Czeslik täuscht mit ihren Glanzparaden über diese schwache Abwehrleistung seit langem hinweg.“ Die Konsequenz daraus sei ein anstrengender Positionsangriff – ein Spielstil, der nie die große Stärke von Forst United gewesen sei. Die Forsties leben von Tempo aus Ballgewinnen der ersten und zweiten Welle, doch diese entstehen aktuell fast ausschließlich durch die Torhüterin.
Gegen Laim wurde dieses Problem besonders deutlich. Die Gäste gingen früh 4:1 in Führung (8.). Ebersberg agierte fahrig in der Chancenverwertung. Zahlreiche technische Fehler auf beiden Seiten ließen das Niveau des Topspiels insgesamt absinken, sodass sich bis zur Halbzeit ein ausgeglichenes 11:11 entwickelte.
Mit nur vier Feldspielerinnen startete Forst United in den zweiten Durchgang, konnte einen größeren Rückstand zunächst vermeiden und ging bis zur 45. Minute sogar mit 17:15 in Führung. Kurzzeitig keimte die Hoffnung auf eine entscheidende Wendung auf. Doch Laim verteidigte den schwachen Forsties-Rückraum konsequent, profitierte von zahlreichen Fehlpässen der Leistungsträgerinnen und drehte das Spiel auf 18:19 (52.). Auch eine Auszeit von Uniteds Trainerin Susanne Pignot brachte keine Wende mehr.
In den Schlussminuten versuchten es die Forst Ladies mit einer Manndeckung, doch die hochmotivierten Münchnerinnen nutzten die nun noch größeren Räume clever bis zum 20:25-Endstand aus. „Die Niederlage ist hochverdient und zeigt jede unserer Schwächen der letzten Wochen auf. Wir sind die Tabellenführung los, aber vielleicht ist das für die Köpfe und den Fokus gar nicht schlecht. In der Verfolgerrolle haben wir es weiterhin in eigener Hand“, so Mäsel. Klar ist für ihn: Forst United braucht eine massive Leistungssteigerung, um im Titelkampf weiterhin ein ernsthaftes Wort mitreden zu können.
EZ/BJ
United: E. Czeslik, Brandl (2), Csata (3/1), Topuzkanamis, Becher, Mäsel (5/1), Alnajjar, Pollak, Vietz, Dürr, Lindner, C. Czeslik (7), Dybilasz, Allombert (3).