Ebersberg – Der TSV EBE Forst United hat im Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen II eine deutliche 28:36-Niederlage hinnehmen müssen und damit auch die letzten rechnerischen Chancen auf einen potenziellen Aufstieg in die 3. Liga verspielt. Vor allem in der ersten Halbzeit offenbarten die Handballerinnen um Trainerin Susanne Pignot große Probleme in der Defensive.
Konditionell wirkte United häufig unterlegen, zudem häuften sich technische Fehler, insbesondere Fangfehler, die einfache Ballverluste zur Folge hatten. Der zweite Kreis wurde nahezu nie konsequent verteidigt. Hinzu kam ein bekanntes Problem: Nach eigenen Torerfolgen kassierten die Forst Ladies mehrfach umgehend den Gegentreffer.
Trotz der technischen Fehler erspielten sich die Gäste in der EWS-Arena immer wieder gute Möglichkeiten und zeigten insbesondere über den Rückraum und das Zusammenspiel mit dem Kreis ihre Qualitäten. Nach einem Team-Timeout der Gastgeberinnen gelang United sogar eine starke Aufholjagd. Vor allem die beiden jungen Talente Franziska Janzen und Neuzugang Sophia Steinherr überzeugten mit starken Aktionen. Dennoch blieb Göppingen primär über die Außenpositionen und durch Einläufer gefährlich. Eine überragende Leistung zeigte Torfrau Elena Czeslik, die ihr Forsties-Team mit zahlreichen gelungenen Aktionen im Spiel hielt. So blieb United in Schlagdistanz und lag zur Pause lediglich mit 15:18 Toren zurück.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Abwehr zunächst verbessert und die Ebersbergerinnen konnten den Druck erhöhen. Nur verhinderten zahlreiche vergebene Großchancen die Wende. In der 41. Minute gelang Czeslik erstmals der erfolgreiche Abschluss zum 20:21-Anschlusstreffer. Forst United blieb am Drücker und schien das Momentum auf seiner Seite zu haben.
Für Diskussionen sorgte in dieser Phase die großzügige Auslegung der Schrittregel durch das Schiedsrichtergespann. Mehrfach kam Göppingen laut Forsties-Teammanager Felix Mäsel nicht regelkonform zum Torerfolg: „Das ist bei einer offensiven Abwehr natürlich schwer, wenn nach drei Schritten kein Pfiff kommt.“ Göppingen gelang es, den Vorsprung wieder auf 24:21 (43.) auszubauen.
Offensiv fehlte den Gästen nun zunehmend die Konsequenz. „Da sind mir zu viele Lustwürfe dabei, wir spielen nicht bis zur hundertprozentigen Chance“, kritisierte Mäsel. Direkt nach Pignots Timeout zog Göppingen auf 26:21 (46.) davon. Nina Allombert verkürzte zwar mit einem Rückraumtreffer zum 22:26 und später per Siebenmeter auf 25:29 (51.), doch näher kam Forst United nicht mehr heran. Beim Stand von 33:27 (58.) war die Partie vorentschieden.
Trotz der Niederlage zog Trainerin Susanne Pignot ein differenziertes Fazit: „Wir haben natürlich schon Aufstellungen für die kommende Saison getestet. Dass da noch nicht alles klappt, ist klar.“ Positiv hervorzuheben sei neben der guten Einbindung der drei neuen Spielerinnen, erneut die Unterstützung der rund 30 mitgereisten Fans gewesen, die ihre Mannschaft in der extrem heißen Halle lautstark unterstützten.
Auch Teammanager Felix Mäsel fand mit Blick voraus überwiegend lobende Worte: „Wir befinden uns auf dem absolut richtigen Weg. Wir haben zahlreiche junge Talente im Team, denen die Zukunft gehört. Die ganze Saison hatten wir nicht einen Gegner dieses Formats und halten jetzt über weite Strecken des Spiels mit. Wenn wir nun die offensichtlichen Fehler in den Griff bekommen, ist alles möglich.“
Am Donnerstag steht um 16.30 Uhr das Rückspiel gegen Göppingen und letzte Heimspiel in der Dr.-Wintrich-Halle an. Am Sonntag, 14. Juni, steigt das letzte Saisonspiel um 16 Uhr in Fellbach gegen den HC Schmiden/Oeffingen.
EZ/BJ
Forst United: Elena Czeslik (TW), Janzen (1), Csata (3), Warkotsch (3), Dirnberger, Engler, Mäsel (3), Alnajjar (6), Pollak (2), Dürr (4), Chiara Czeslik (1), Reinosch, Schlegel, Steinherr (2), Allombert (3/1).

