Alles unter Kontrolle hatten die Handballerinnen des TSV EBE Forst United im Nachholspiel gegen den FC Bayern München. Die Regionalliga-Mannschaft um das Trainergespann Beatrix Balogh und Susanne Pignot bezwang den Aufsteiger aus der Landeshauptstadt deutlich mit 39:23 (19:11) Toren und schob sich damit vorübergehend auf den zweiten Platz vor.
Es sei ein klarer und verdienter Sieg gewesen, urteilte Forsties-Teamsprecherin Jasmin Alnajjar. „Wir hätten es durchaus noch höher gestalten können, haben aber letztlich zu viele Chancen liegen gelassen.“ Es war ein kleiner Kritikpunkt, den die Ebersberger Gastgeberinnen aber durchaus verschmerzen konnten. „Mit 39 Toren können wir aber auch zufrieden sein“, so Alnajjar lachend.
Lag es an der späten Startzeit von 20.30 Uhr oder der Favoritenrolle, dass es dauerte, bis United in Fahrt kam? Man sei nicht richtig wach gewesen, so Alnajjar. „Wir haben uns schon irgendwie schwergetan und sind holprig ins Spiel gestartet, aber nach zehn Minuten haben wir unsere Abwehr stabilisiert und sind in Bewegung gekommen.“ Aus einem 4:5-Rückstand (12.) wurde eine 8:5-Führung (16.). Angetrieben von Anna Dybilasz und der wieselflinken Hannah Dürr, zog Ebersberg danach sukzessive davon.
„Bayern hat das Zentrum dichtgemacht, sodass wir viel über die Außen spielen konnten“, erläuterte Teamsprecherin Alnajjar. Linkshänderin Dürr war darum omnipräsent und anspielbar. „Sie hat einen überragenden Tag gehabt“, lobte sie ihre Mitspielerin auf der Rechtsaußen-Position. Kurz vor der Pause waren es bereits sieben Treffer Differenz (15:8/26.).
In Hälfte zwei zog Forst United durch sein Tempospiel auf und davon. Hinten mischte man phasenweise Beton an, nach vorne ging die Post im Gegenstoß ab. Es war nicht nur Dürr, die auffiel, insgesamt elf verschiedene Torschützinnen konnte Ebersberg vorweisen, die „Roten“ deren nur acht. Über 22:12 (34.) erhöhten die Gastgeberinnen auf 34:15 (50.). Die 40-Tore-Marke knackte man aber nicht mehr, denn – und das war „unser Manko“, so Alnajjar, „und nicht die beste Glanzleistung des Abends“ – nur einer von sechs Strafwürfen wurde genutzt.
Doch das störte nach dem 39:23-Kantersieg nur bedingt. „Wir haben trotzdem viel Selbstbewusstsein sammeln können. Das war wichtig“, erläuterte Alnajjar mit Blick auf die nach den Herbstferien anstehenden United-Wochen der Wahrheit. „Da kommen für uns mit Stadeln, Schwabmünchen, Mintraching und Überraschungsteam Vaterstetten richtig harte Gegner.“
OLAF HEID
Forst United: E. Czeslik, Engler (beide TW); Brandl (2), Csata (4), Beke (1), K. Huszak, Becher (2), Schweinsteiger (4), Alnajjar (3), Pollak (1), Dürr (13), C. Czeslik (3), Dybilasz (2), Allombert (4/1).

