Ebersberg – Wer Krimis liebt, braucht derzeit nur Spiele der Ebersberger Handballerinnen zu verfolgen. Die Zuschauer kamen in der Dr. Wintrich-Halle beim Regionalliga-Duell zwischen dem TSV EBE Forst United und MTV Stadeln jedenfalls voll auf ihre Kosten. „Für manche war das ein bisschen zu spannend, aber egal, das gehört dazu“, konnte United-Teamsprecherin Jasmin Anajjar hinterher lachend berichten. Ihre Mannschaft hatte mit der letzten Aktion des Spiels den 32:31 (16:12)-Erfolg eingetütet.
Lange Zeit sah es nach einem souveränen Sieg aus. Die Gäste aus Fürth lagen in einer ausgeglichenen Anfangsphase mit 2:1 (2.) und 8:7 (14.) in Front, ehe Ebersberg dank eines 4:0-Laufs durch Tore von Hannah Dürr (2), Chiara Czeslik und Charleen Schweinsteiger auf 11:8 (19.) stellte. Danach ging es hin und her, ohne dass sich das United-Team des Trainerduos Beatrix Balogh und Susanne Pignot entscheidend weiter absetzen konnte.
„Wir haben oft die Chance gehabt, den Sack zuzumachen. Daran müssen wir in den nächsten Spielen arbeiten“, schüttelte Anajjar den Kopf über die Vielzahl an ausgelassenen Möglichkeiten im Angriff. „Das war von uns wirklich keine gute Chancenverwertung.“ Und in der Abwehr seien die Leistungsschwankungen ebenfalls groß gewesen. „Mal war es gut, mal haben wir die Stadelner Kreisläuferin nicht in den Griff gekriegt.“
Aus einem vermeintlich sicheren 18:12 (33.) und 27:21 (50.) entstand darum ein Krimi. Vielleicht war es auch die Erfahrung von Charleen Schweinsteiger, die sich schwer am rechten Knie verletzte (47.), die in der Schlussphase fehlte. Dazu kam auch das MTV-Team: „Sie kämpfen immer bis zum Ende. Wir haben uns bisher gegen sie nie leicht getan“, erläuterte die United-Teamsprecherin.
Stadeln glich aus (29:29/58.), führte in der dramatischen letzten Minute sogar mit 31:30. Doch Ebersberg reagierte stark: Alnajjar glich gut 30 Sekunden vor Schluss aus und holte den Strafwurf raus, den Nina Allombert nervenstark zum 32:31-Sieg verwandelte.

