Zu viele kleine Baustellen

Am Ende herrschte schon Enttäuschung in den Reihen der Ebersberger Handballfrauen. So viel hatten sie sich vorgenommen, wollten im Heimspiel gegen den HC Schmiden/Oeffingen den ersten Sieg in der Relegationsrunde zur 3. Liga Süd landen. Doch diesen schnappten sich die Gäste, denn der TSV EBE Forst United unterlag dem Vizemeister der Regionalliga Baden-Württemberg mit 31:39 (17:19) Toren.
Man hatte sich auf Augenhöhe mit der Mannschaft aus dem Rems-Murr-Kreis gesehen, erläuterte United-Teamsprecherin Jasmin Alnajjar. „Da wäre zu Hause schon was drin gewesen, aber wir waren nur gut 45 Minuten mit ihnen gleichauf und haben gut mitgehalten.“
Nach 38 Minuten hatte die beste Ebersberger Torschützin Panna Csata an diesem Tag die Phonzahl in der mit gut 300 Zuschauern bestens gefüllten Dr. Wintrich-Halle noch einmal in die Höhe geschraubt, als sie zum 20:20 ausgleichen konnte und damit den 17:20-Rückstand wettgemacht hatte. Das schnell und körperbetont geführte Spiel stand auf des Messers Schneide.

Doch die Gäste antworteten prompt und zogen wieder in Front. Bis zum 24:27 (47.) durch Youngster Franziska Janzen war Schmiden noch in Reichweite. Doch zu diesem Zeitpunkt häuften sich die Fehler bei den Ebersbergerinnen, bei denen auch Steffi Pollak nach auskurierter Gehirnerschütterung wieder zur Verfügung stand. „Wir haben in der Abwehr immer wieder Hänger gehabt, die wir aber lange ausbügeln konnten. Aber in der Endphase haben wir uns zu viele technische Fehler geleistet und zu viele Chancen nicht in Tore umgemünzt“, bedauerte Alnajjar.
Die Folge: Der HC Schmiden/Oeffingen, der ebenfalls einen lautstark mitgehenden Fan-Tross auf der Tribüne sitzen hatte, nutzte die United-Patzer gnadenlos und hatte beim Stand von 33:26 (54.) die Entscheidung geschaffen. Die letzten Minuten waren dann ein wildes Auf und Ab, das aber die Gäste kontrollierten.
Natürlich sei eine Enttäuschung vorhanden, gestand die Sprecherin der Forst Ladies. „Diese Relegation hat ein sehr hohes Niveau. Wir können schon mithalten, aber eben nicht über 60 Minuten. Für uns als junge Mannschaft hat das einen guten Lerneffekt.“ Das Spiel sei wieder ein lehrreiches Erlebnis gewesen, „die Stimmung in der Halle war richtig gut“.

Trotz Rang vier in der Vierergruppe werde man aber nicht aufgeben. Noch sei theoretisch alles drin, um einen der beiden Aufstiegsplätze zu erreichen, erläuterte Alnajjar. „Wir werden weiter unser Bestes geben, auch wenn drei der vier Spiele auswärts sind, und alles raushauen.“ Am Pfingstmontag tritt man beim Ex-Spitzenreiter TSG Haßloch an, der am Sonntag bei Frisch Auf Göppingen II knapp unterlag. „In zwei Spielen waren wir 45 Minuten dran. Bei uns ist der Wille jetzt da, auch endlich mal was Zählbares mitzunehmen“, ließ Jasmin Alnajjar bereits eine Kampfansage in Richtung Bad Dürkheim folgen.

OLAF HEID
Forst United: E. Czeslik, Engler (beide TW); Brandl, Janzen (4), Csata (9), Friedrich (1), Warkotsch (1), L. Mäsel, Dirnberger (2), Alnajjar (2), Pollak, Dürr (2), Niemeier, C. Czeslik (4), Allombert (5/1).