Ebersberg – Nach dem Sieg im Spitzenspiel beim TSV Schwabmünchen ließen sie sich die Forst Ladies am letzten Spieltag die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und sicherten sich durch einen 36:26-Erfolg gegen die SG Mintraching den Meistertitel. „Man hat von der ersten Minute an gemerkt, dass wir den Titel holen wollten“, meinte die Ebersberger Kapitänin Chiara Czeslik. „Mintraching hat es uns nicht einfach gemacht, aber nach der Halbzeitpause hatten sie unserer Tempoverschärfung nichts mehr entgegenzusetzen.“
„Das war ein Heimspiel, die Halle bummvoll und megalaut“, listete Czeslik die motivierenden Gründe auf. „Wir haben uns, anders als in Vaterstetten, gegenseitig gepusht und nicht den Kopf in den Sand gesteckt.“ United-Teamsprecherin Jasmin Alnajjar ergänzte: „Und wir haben es bis zum Schluss durchgezogen.“
Dem umjubelten Abpfiff folgte eine würdige Zeremonie. Zuerst mussten die United-Frauen aber in die Umkleide gehen, damit die Halle für die Ehrung vorbereitet werden konnte. „Wir wurden zehn Minuten lang in die Kabine gesperrt“, verriet Alanjjar lachend. Die Zeit habe man mit Singen und Tanzen überbrückt.
Als es zurückging, durften die Spielerinnen dann durch ein Spalier der Jugend laufen, die in der Halbzeitpause ebenfalls für ihre Meistertitel gekrönt worden war. Jede Championess wurde einzeln aufgerufen, bevor unter großem Applaus die Wimpelübergabe durch George Clarke, den Präsidenten des Bayerischen Handball-Verbandes (BHV), erfolgte. Natürlich samt Champagner-Dusche und Konfetti-Regen.
„Das war schon einzigartig. Wir waren alle perplex“, schilderte Chiara Czeslik glücklich. Alnajjar fügte hinzu: „Einfach eine tolle Atmosphäre. Das war schon etwas sehr Besonderes für uns und den Verein. Damals im Jahr 2022 ist die Mannschaft ja als Vizemeister in die 3.Liga aufgestiegen.“ Das bestätigte auch Forsties-Abteilungsleiter Felix Mäsel: „Der Titel der Frauen ist uns sehr wichtig. Jetzt haben wir alle Bayernmeisterschaften von der Jugend bis zu den Damen mindestens einmal geholt.“ Heuer gab es als Draufgabe noch den Titel in der weiblichen A- (in Kooperation mit Allach) und C-Jugend, dazu die Titel der C2- (Bezirksliga) und B2-Juniorinnen (Oberliga). Die B1-Mädels traten zudem in der Jugendbundesliga an, die auf dem 4.Platz beendet wurde.
Die Sause der Frauen fand dann in der VIP-Area der Wintrich-Halle ihre Fortsetzung, ehe es den Großteil der Feiernden weit nach Mitternacht noch ins Münchner Nachtleben zum Schlagergarten zog. „Wir haben es immer noch nicht ganz realisiert“, gestand Alnajjar tags darauf, aber man werde diese handballfreie Osterzeit „zum Genießen nutzen“.
Erst danach startet die Vorbereitung auf die Aufstiegsrunde zur 3. Liga, die Ende April beginnen wird. Generell sei diese Saisonverlängerung bei den Frauen „ein Unding“, erläuterte Mäsel, „bei den Männern gibt es diese Runde nicht“. Vor allem die Dauer stört ihn, schließlich müssten sechs Spiele bis Mitte Juni bestritten werden. Die erholsame Pause bis zum Start der Vorbereitung auf Regional- oder 3. Liga sei danach eigentlich viel zu kurz.
Forst United als Bayern-Meister muss in einer Vierergruppe mindestens Zweiter werden, um den Sprung in die Drittklassigkeit zu schaffen. Ein Gegner steht mit der TSG Haßloch, dem Meister der Regionalliga Südwest, bereits fest, während die beiden Vertreter aus Baden-Württemberg noch ermittelt werden.
Nach Ostern spielen Frisch Auf Göppingen II und die HSG Stuttgarter Kickers/TuS Metzingen II im direkten Aufeinandertreffen den dortigen Regionalliga-Champion aus. Dazu hofft der HC Schmiden/Oelfingen noch auf Rang zwei. „Egal, wer es wird, das werden für uns alles schwere Spiele in denen wir Außenseiter sind“, blickte Mäsel voraus. „Jetzt kommt für uns die Kür.“
Ebersberger Zeitung – OLAF HEID

