Ebersberg – In den letzten Minuten der Regionalliga-Partie kam immer mehr Bewegung auf die Ebersberger Auswechselbank. Die Spielerinnen des TSV EBE Forst United blickten ungeduldig zur Uhr auf der Anzeigentafel, feierten jede gelungene Aktion ihrer Kolleginnen auf dem Feld und hüpften lachend vor lauter Vorfreude. Denn als die Schlusssirene ertönte und der 36:26 (17:13)-Sieg gegen die SG Mintraching/Neutraubling amtlich war, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Der Bayerische Handballmeister der Frauen kommt erstmals aus Ebersberg
Kein freier Platz war am Samstagabend in der Dr. Wintrich-Halle mehr zu finden. Die Unterstützung, die die lautstark mitgehenden 250 Zuschauer ablieferten, half den Gastgeberinnen ums Trainerduo Beatrix Balogh/Susanne Pignot, noch mehr Energie aufs Feld zu bringen.
„Die Halle war gerammelt voll“, schwärmte Felix Mäsel, Teammanager und Handballchef der Forst Ladies, von einer begeisternden Atmosphäre, die durch die Einlaufshow und eine schnelle 4:1-Führung (5.) des Teams noch angefacht wurde. „Man hat schon gemerkt, dass die Mädels am Anfang noch nervös waren und sich die Anspannung von der Tribüne auf sie übertragen hat“, erläuterte Mäsel, aber nach einem 6:7-Rückstand (12.) und einer United-Auszeit ging die Post ab.
Per 4:0-Lauf stellte Ebersberg, angetrieben von Panna Csata, Nina Allombert und Chiara Czeslik, auf 10:7 (18.). „Unsere Abwehr stand sehr gut, sodass wir viele Ballgewinne kreieren konnten und endlich auch die Tore gemacht haben“, freute sich Mäsel. Auch der Torwartwechsel von einer unglücklich agierenden Elena Czeslik („Sie hat die Hand nicht richtig an den Ball gekriegt“, so der Teammanager) zu Lucja-Maxin Engler zahlte sich aus.
Zur Pause waren es drei Tore Vorsprung für den Primus, dessen Tempospiel danach von den Gästen aus der Oberpfalz nicht mehr einzubremsen war. Selbst durch die grünen Timeout-Karten nicht. Jasmin Alnajjars Strafwurftreffer erhöhte auf 24:17 (39.) und zwang Mintraching zur Auszeit. Ohne Folgen, genauso wie die zweite, nachdem Nina Allombert das 30:20 (51.) gelungen war. Ebersberg war auf dem Weg zum Titel nicht mehr aufzuhalten.
Den Schlusspunkt bildeten zwei Tore zum 36:26-Endstand: Zuerst ein gelungener Kempa-Trick durch Allombert nach Csata-Pass, dann Steffi Pollak vom Kreis nach Janzen-Anspiel. Felix Mäsel betonte: „Spielerisch war es vielleicht kein Highlight, uns ging es aber auch nur um den Sieg. Der Titel ist uns sehr wichtig. Jetzt haben wir ihn bei allen Jugendteams und Damen einmal geholt.“ Auf dem Feld wurde nach Abpfiff ausgelassen gejubelt. Es folgte eine würdige Meister-Zeremonie samt langer „Nachspielzeit“ (Bericht folgt).OLAF HEID

Forst United: E. Czeslik, Engler (beide TW); Brandl, Janzen (3 Tore), Csata (10/2), Becher (1), Dirnberger, L. Mäsel (4), Alnajjar (3/1), Pollak (2), Dürr, C. Czeslik (4), Dybilasz, Allombert (9/1).

